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  • 1. Gast im 78s-Motel: Kutti MC mit einem Essay on pills

    Von    |   5. Mai 2007   |   3 Kommentare

    Ich stemme den leeren Kühlschrank über meinen Kopf, um so den ertrunkenen Alkohol zu lobpreisen: Konzertpostale Depressions-Gymnastik. Von der Höhe der Bühne, wo ich in einer anderen Wirklichkeit agierte, freestylte, wirkte und war, stürze ich zurück in eine versiffte Second-Hand- Backstage-Sofa-Landschaft. Eben noch war ich Hohepriester, Tänzer, Entertainer wider Natur, jetzt wieder ein Betreibungsschreiben-Empfänger, ein autobahnraststätten- ammorgenumdreiuhrsandwichfressender Mittelland-Hip-Hop- Rock’n’Roller: Diese Diskrepanz, diese Spannung gilt es auszuhalten. Für wahr!

    CH-Musik: Pseudoprovokatives Formatradio-Poprock- Retortenprodukt á la Spiesser-Baschi? For Example. Wanna fuck with me? I eat Prix-Walos daily, you know? Und das als bleicher Brillenträger, der ich bin. Alternativ sexy. Was ich mir anmasse? Mein Massstab ist lange und ich fliege hoch. You know? Durchschnittseuphorisch: Das CH-Music- Business. Fuck off! Jetzt Jammerverbot.

    Es gibt auch übergute Musik aus der Schweiz. Gottlob, ich bin nicht alleine (Stimme aus dem Off: „Hey, der Kutti ist ja so was von arrogant! Was meint der eigentlich, wer er sei, hä?“ Ich zur Stimme aus dem Off: „Deine Mutter und ich rauchen zusammen mit Scarlett Johannson Crack im Whirlpool, Baby Bitch!“). Ach! Diese postpubertären Hip- Hop-Posen. Lächerlich diese selbstgefällige Ernsthaftigkeit mancherorts.

    Ich rufe meine Mutter an. Will dieses Jahr als 50-Rappen-50-Cent-Verschnitt CH-Open-Airs besuchen. Will im Konsum aufgehen. Hoffentlich näht sie mir das Kostüm, obwohl ich doch kein motherfucking Muttersöhnchen bin, welches sich nur Dank Papis Cash zum Freizeit-Hip-Hoper stilisieren kann …. Fuck off. Wo war ich? Um was geht es in diesem Text? Ich denke, ums nüchtern werden. Ein Versuch. It’s just ein Essay on Pills, you know?

    Ach, ja, zurück zum Anfang: Ich stemme also den Kühlschrank über meinem Kopf und … erwache am nächsten Morgen, als der Motelmanager an die Türe hämmert: Was ist passiert? Höret, liebe Gemeinde, meine Kunst, meine Lieder sind Antwort genug. Just to repeat: Die Welt hat vielleicht nicht gewartet auf einen wie mich, ich aber auch nicht auf eine wie sie. Thank you, Scarlett. I’m out. One Love!

    [Das aktuelle Album von Kutti MC „Dark Angel“ (Muve) ist beim Plattenhändler Downloadanbieter deines Vertrauens erhältlich. Das neue Video zu „St. Helvetia“ gibts hier]

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    3 Reaktionen

    1. #1 Stephan Marti-Landolt

      17:15 Uhr, 5.5.2007, Link

      Tolle Idee. Noch besser als meine «Gastautoren».

    2. #2 defreigreg

      18:24 Uhr, 7.5.2007, Link

      Scheinbar hat es die Prä-Hip-Hop-Generation immer noch nicht verdaut, dass Rap zur bestimmenden Musikart geworden ist. Darum werden Wichtigtuer, die nicht rappen können, zu Genre-Göttern hochstilisiert. So lässt es sich dann ganz elegant sagen, dass man den Hip Hop schon ok findet, halt einfach den Hip Hop aus der ach so tollen Indie-Perspektive. Wie der Quoten-Ausländer in der SVP. Kutti soll sein Ding machen, noch so gerne. Aber das wäre auch mit ein bisschen weniger Rap Bashing möglich. Da sind mir die BOYS on Pills definitiv lieber.(http://www.youtube.com/watch?v=kTozM84DkDM)

    3. #3 momo

      16:46 Uhr, 13.5.2007, Link

      mnan darf doch wohl noch auf den erfolgreichen rumtrampeln oder?
      ich mein wer macht das nicht…

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