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  • NIN – vier Finger sind zu wenig für eine ordnende Hand

    Von    |   16. April 2007   |   0 Kommentare

    Vier Finger sind einer zu wenigDie Marketingkampagne im Vorfeld der Veröffentlichung von „Year Zero“ (Universal) ist beeindruckend und ein regelrechtes Meisterwerk. (mehr dazu hier) Von USB-Sticks mit Nine Inch Nails-Songs auf Lissabonner Toiletten bis zu Geheimbotschaften auf NIN-T-Shirts, die zu obskuren Webseiten führen mit apokalyptischen Verheissungen. Die Liste der Eckpfeiler dieses Alternate Reality Games ist noch viel länger und gipfelt im eigentlichen Album-Konzept, das uns ein Horror-Bild der USA im Jahres 2022 zeigt. Staat und Kirche sind zu einer Einheit verschmolzen, die Regierung mischt Drogen ins Trinkwasser, die Menschen halluzinieren. Trent Reznor will uns damit seine Welt zeigen, die Welt von Science Fiction-Comics und Horror-Games.

    Die saugute Marketingkampagne in Ehren, das musikalische Produkt in seiner Gesamtheit lässt zu wünschen übrig. Nicht weil es auf „Year Zero“ mehr schlechte als gute Songs hätte, sondern weil das Album als Ganzes zu wirr daherkommt. Der Grossteil der Stücke sind durchtränkt mit dreckigen Synthesizern, der Rock der letzten beiden Alben „The Fragile“ und „With Teeth“ ist bis auf drei Songs nahezu verschwunden. Damit kehrt Trent Reznor zu seinen Ursprüngen von „Pretty Hate Machine“ zurück und das ist gut so, denn ein weiteres „Rock-Album“ wäre einfach nur langweilig gewesen.

    Doch „Year Zero“ ist nicht bloss „mehr Electronica“ und „weniger Rock“. „Capital G“ zum Beispiel, das irgendwie an Michael Jackson erinnert und „Me I’m Not“, das Reminiszenzen an Massive Attacks „Angel“ hervorruft, sind Pop-Songs. Clever gemacht, aber sie passen nicht ins Schema. Kurz darauf folgt ein Vier-Song-langes Tief. Ein Wirrwarr an Synthesizer, Samples und Beats, ohne ordnende Hand und völlig uninspiriert. Gegen Ende des Albums zeigt sich Reznor wieder fassbarer. Experimentelle Synthesizer-Epen, die zu überzeugen vermögen.

    Ein Fazit ist schnell gezogen: Schön, dass Trent Reznor sich auf seine Synthesizer-Wurzeln zurückbesinnt hat. Schade, dass er so viele unterschiedliche Songs in ein Album verpacken wollte. Vier Finger sind halt doch zu wenig für eine ordnende Hand.

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