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  • 78s has left the building. ¯\_(ツ)_/¯

  • kickass lyrics
  • Gender Studies

    Von    |   23. März 2007   |   3 Kommentare

    Jungs fühlen sich im Plattenladen wohl, Mädchen auf der Tanzfläche. Typen gründen Bands, Musikerinnen starten eine Solokarriere. Frauen begnügen sich mit dem Hören von Musik, das missionarische Schreiben darüber überlassen sie den Männern. Mädchen schmachten und kreischen, Jungs pogen und moshen.

    Soweit die Klischees, die nicht allzu stark von statistisch nachweisbaren Tatsachen abweichen dürften. Doch wie immer, wenn es um die Unterschiede zwischen den Geschlechtern geht, ist nicht alles ganz so eindeutig wie die primären Geschlechtsmerkmale. Denn seit sich die Rollenbilder vor vierzig Jahren aufzuweichen begonnen haben, ist das Geschlecht von Pop oftmals ein uneindeutiges: Männliche Popikonen experimentieren mit Eyeliner, weibliche Stars geben sich maskulin. Peaches und Juliette Lewis beweisen, dass Frauen Rock mit Eiern machen können und Tokio Hotel, dass Jungs keine haben müssen, um bei den Mädchen anzukommen.

    Cock-Rock und Sexismus im HipHop hin oder her – im Pop waren oft gerade jene Role Models federführend, die Gegenpositionen zum Chauvinismus und zur femininen Zartheit vermittelten: Janis Joplin trat ohne Schminke auf, Patti Smith in Männerkleidern, Grace Jones als Killermaschine mit Bürstenschnitt und die Rrriot Girls machten in Hosen Rock mit explizit feministischer Attitude. David Bowie wurde als androgyner Dandy zum Superstar, Prince führte dieses Rollenspiel weiter, Marc Almond von Soft Cell bekannte sich als einer der ersten Musiker zu seiner Homosexualität und in den 90ern störte es schliesslich auch Queen Mom nicht mehr, dass Elton John schwul ist, während Marylin Manson als Monster bereits gänzlich ohne menschliche Geschlechtsmerkmale auskam.

    Obwohl inzwischen alle Rollen durchgespielt sind und unsere Gesellschaft ein gutes Stück toleranter geworden ist, bleibt Queerpop und das Spiel mit dem Gender nach wie vor beliebt – man denke an die angemalten Schnurrbärte und die männlichen Kopfstimmen im Antifolk. Abseits der Bühne bleibt die Rollenverteilung jedoch trotz vermeintlicher Gleichberechtigung die alte: Frauen gebären, Männer morden.

    3 Reaktionen

    1. #1 pyrrhula

      11:24 Uhr, 23.3.2007, Link

      „Der Tanz um die Lust“, von Ariadne von Schirach erklärt alles!

    2. #2 Nikolaus Notabene

      19:24 Uhr, 23.3.2007, Link

      Morgen nachzulesen im Magazin.

    3. #3 Chrigel

      12:46 Uhr, 24.3.2007, Link

      … und dann „abends ungefickt nach Hause“. Irgendwie fuehlt man sich alt, wenn Leute in unserem Alter Buecher ueber unsere Generation schreiben. Man kann es eben auch als zeithistorisches Dokument fuer unsere Enkel sehen. Aber eben: „ungefickt nach Hause“…

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