• limetorrent latest100
  • 78s has left the building. ¯\_(ツ)_/¯

  • kickass lyrics
  • Great Expectations

    Von    |   8. März 2007   |   0 Kommentare

    Patrick Wolf ist um vier Jahre jünger als Conor Oberst, doch wie der Saddle-Creek-Oberguru kommt auch der 23-jährige Engländer von der stürmerisch-drängerischen Wunderkindphase allmählich in die Reifejahre seiner Karriere. Nach überwundener Teenage Angst schreiben Conor und Wolf mittlerweile Lieder für Twens, die eigentlich längst erwachsen sein sollten, von Familienplanung und Bausparverträgen aber nichts wissen wollen. Die Weltschmerzstimmen beider Songwriter umarmen die Computerkinder der ersten Generation mit der Seele, Authentizität und Poesie, nach der diese dürsten.

    Dass Wolf ein leicht affektierter Dandy ist, manifestiert sich in der Theatralik seiner Songs ebenso, wie im Cover seines dritten Albums „The Magic Position“ (Loog), das zudem verdeutlicht, dass Wolf die Farben entdeckt hat: Sein Debut sei eine Schwarzweissaufnahme gewesen, den Zweitling hätten Sepiatöne dominiert und nun habe er ein Technicolor-Album gemacht, fasst Wolf seine Entwicklung zusammen. Tatsächlich wirkt „Magic Position“ bunter und leichter. Die Streicher sind keine Zigeunerfiedeln mehr, sondern Strings, das Piano kein Klavier mehr, sondern ein Konzertflügel. Pop versteckt sich nicht mehr in einem Geisterhaus, um sich die Pulsadern aufzuschlitzen, sondern vergnügt sich im Lunapark der Gefühle.

    Zuckerwatte sollte man trotzdem nicht erwarten, zu bittersüss ist der Geschmack, den diese Platte entfaltet. Die Dramatik der Songs ist vielleicht etwas weniger dringlich, als auf „Wind in The Wires“, aber ebenso kurz und bündig und noch immer lauern Abgründe hinter dunklen Textstellen und hallenden Beats. Sofern man mit Wolfs Pathos klarkommt, ist das ganze Album ein einziger Anspieltipp. Auch das Duett mit Marianne Faithfull.

    Die Erwartungen waren hoch, wie nach jedem Meisterwerk – wir erinnern uns an das Bangen um die Neonbibel. Doch wie Arcade Fire gelingt es auch Patrick Wolf durch die Nachhaltigkeit seiner Songs die anfängliche Unsicherheit allmählich in Begeisterung umschlagen zu lassen.

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