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  • Die Offenbarung des geschundenen Babys

    Von    |   5. Februar 2007   |   1 Kommentar

    „We’re just searching for a bit of freedom“, sagt Nick Cave über sein jüngstes Projekt „Grinderman“ (Mute/MV; VÖ 02.03.). Gesteht man Cave eines der grössten Oeuvre in der jüngeren Musikgeschichte zu, so will ein Stückchen Freiheit nicht heissen, dass er sich mit Grinderman vor dem ökonomischen Diktat eines Majors oder popeligen Klauseln retten will. Nein, er tut es vor sich selbst. Nick Cave als eine polytheistische Kreatur. Wer ein solch majestätisches Universum kreiert hat, unterliegt zwangsläufig dessen Gravitation. Cave will sich nicht losreissen, viel mehr lässt er sich von seiner eigenen Anziehungskraft geleiten, um zum Kern seines früheren Schaffens zurückzukehren; zum ekstatischen Noise-Blues.

    Mit dem Violinisten Warren Ellis, dem Schlagzeuger Jim Sclavunos und dem Bassist Martin Casey verschanzt sich Cave anfangs 2004 in dem Misère Studios in Paris: „It wasn’t consciously two fingers to maturity but I remember thinking, all the way through, ‚This isn’t bad for a bunch of old farts“, wird Casey später über das Album sagen. Caves Arbeitsprozess verändert sich entscheidend: er spielt der Band keine „ready-made“ Melodien vor, sondern liefert Textmaterial, das sich vorerst als Fremdkörper über die Sound-Collage der Band hinwegbewegt, bald aber komplementär zum Entworfenen wirkt. Ein erdiges Stück Musik. Grinderman ist nicht Nick Cave, sondern eine Idee von vier Musikern mit überragender Schöpfungskraft.

    Das erste Produkt der Misère-Session wird alsdann auf die „kompletten“ Bad Seeds übertragen. Daraus entsteht das Doppelalbum „Abattoir Blues/The Lyre Of Orpheus“. Resultat: über eine halbe Million verkaufte Platten. Das Quartett zieht sich nach diesem „kleinen“ Erfolg in die Metropolis Studios zurück, um ausgehend vom Duktus des Doppelalbums eine schnelle und dreckige Platte einzuspielen. Das geschundene Baby Grinderman. Grotesk, zynisch und dunkle Infantilität sind das Resultat. Grinderman – die Pflicht Musik zu hören!

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    Eine Reaktion

    1. #1 One of those who slam the Doors

      14:26 Uhr, 6.2.2007, Link

      Wie schön ist es doch, das zu lesen, auf den link zu klicken und dann einfach die düstere Decke überzuziehen… göttlich und danke für den blog…

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