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  • 78s has left the building. ¯\_(ツ)_/¯

  • kickass lyrics
  • Altherrensoul mit funktionierender Libido

    Von    |   2. Februar 2007   |   0 Kommentare

    Der Godfather ist tot. Ein anderer, der diesen Titel ebenfalls für sich in Anspruch nimmt, ist nach wie vor wohlauf. Er soll den Rap noch vor James Brown erfunden haben, weil er bereits in den 50ern mit Sprechgesang am Start war. Wenn er sich nicht „The Black Godfather“ nennt, ist er wahlweise „Mr. Rhythm“, „The Duke Of Dirty-Ass“, „The Legendary Lord Of Lascivious Lyrics“ oder „The Baron Of Badass R’n’B“. Seine Aliasse lügen nicht, Andre Williams ist ein bad Motherfucker.

    Wie der kränkelnde Lee Hazelwood ist auch Andre Williams eine lebende Legende und doch nur eine Schattenfigur der Popgeschichte. Die meiste Zeit seiner Karriere schaute er anderen bei ihren Erfolgen zu. Die Songs, die Williams selber performte, waren zu rauh, um Hits zu werden und seine Texte zu schlüpfrig. Hinter den Kulissen der Hitfabrik Motown agierte Williams jedoch als erfolgreicher Songschreiber und Produzent, u.a. für Stevie Wonder oder Funkadelic. Als Williams Anfangs der 70er mit Ike Turner zusammenspannt, geben sich die beiden einem 18-monatigen Dauerexzess hin, der offenbar zuviel des Guten war. Verkatert und ausgemergelt verschwindet Williams in der Versenkung und landet in der Gosse. Bis ihm John Spencer Ende der 90er – wie Williams selbst sagt – das Leben rettet, worauf er seinen zweiten Frühling mit sleazigem Garage-Rock auslebt.

    Nun kehrt Andre Williams zu seinen Wurzeln im Rhythm & Blues zurück. Sein neues Album groovt so entspannt, dass er schafft, was nur den wenigsten Legenden gelingt: mit Würde zu altern. Was der 70-Jährige mit „Aphrodisiac“ (Vampi Soul/Karbon) auftischt, ist Altherrensoul mit funktionierender Libido. Mal gibt Williams den Crooner, mal singt er kehlig wie ein Bluessänger, mal schmoov wie ein Soul-Gigolo. Der dicke Soundteppich, den die Diplomats Of Solid Sound für Andre Williams ausrollen, ist gutabgehangen und doch frisch, klassisch und trotzdem vielseitig. Sollte „Aphoridsiac“ Williams‘ letzter Streich sein, wäre dies ohne Frage ein sexy Testament.

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