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  • Eleni und das Singer-/Songwriter-Ding

    Von    |   18. Januar 2007   |   3 Kommentare

    An aparten Schönheiten, die mit Engelszungen, feiner Instrumentierung und der Zerbrechlichkeit einer Elfe musizieren, ist eigentlich nichts auszusetzen. Nein, für sie würde man als tapferer Jüngling Drachen töten, Hexen schlachten und einmal mehr gen Moskau ziehen. Doch die Geschichte wiederholt sich. Künstlerinnen wie Maria Taylor, Sophie Zelmani oder gar die Grand-Dame Tori Amos machen sich selbst obsolet, weil risikoscheu und ungefährlich.

    Das Konzept der Apartheit mag wohl anfänglich funktionieren, ja es mag sogar zum Jauchzen, Schluchzen, Träumen, Schwelgen einladen, aber keiner Künstlerin wird Stillstand verziehen. So bedarf es freilich mehr als einer märchenhaften Erscheinungsform. Maria Taylor bewies erst kürzlich, das ihr Konzept nicht mehr aufgeht: Im el Lokal erlitt sie den vielleicht übelsten Schiffbruch, der eine Singer-/Songwriterin ereilen kann – niemand hörte ihr zu! Ihre Stimme war eine unkontrolliertes Hauchen, ihr Gitarrenspiel, das einer 16-jährigen Gymnasiastin, ihre Band überflüssig. Sie wagte es nicht, sich von ihren netten Liedchen zu lösen und verneinte jegliche musikalische Frechheit/Innovationen.

    Das Gleiche gilt für Sophie Zelmani. Anfänglich für ihre kindliche Art und simplen Lieder von der Journallie gefeiert, jetzt nur noch als Arbeitskolleginnen-Verführungs-Musik brauchbar. Auch sie hat sich kaum weiterentwickelt. Wer mit der immergleichen Leier auftritt, hat sich höchstens einen Platz neben Katie Melua oder Norah Jones verdient.

    Eleni Mandell – um die es hier eigentlich geht – reiht sich als risikoscheue Singer-/Songwriterin nahtlos in das erwähnte Gefüge ein. Sie kopiert auf ihrem jüngsten Album „Miracle of Five“ (V2/TBA, VÖ 2.2.07) 1:1 alte Standards und singt von Peinlichkeiten wie „true Love, just like sugar in my coffee“. Sie erinnert an ein schlechtes Replikat von Doris Day, die tod noch mehr Charme und Glamour versprüht als Mandell. Schade, es könnte – so wie hier und hier – auch anders gehen!

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    3 Reaktionen

    1. #1 Heinz

      19:08 Uhr, 1.2.2007, Link

      Mmm…abgesehen, daß ich die schlechte Kritik an Eleni Mandell nicht teilen kann, will ich auf etwas hinweisen: Sie schreiben „Sie erinnert an ein schlechtes Replikat von Doris Day, die tod noch mehr Charme und Glamour versprüht als Mandell.“ Lassen Sie das bloß nicht Mrs. Day hören! Sie ist nämlich gar nicht tot und wird dieses Jahr am 3. April 83 Jahre alt :-)

    2. #2 Tom

      07:25 Uhr, 2.2.2007, Link

      Schön das hier zu lesen, da es mit Maria Taylor in St. Gallen ebenso war und die liebe Dame das Konzert nach rund fünf Liedern abbrach. Originalzitiat: „I love to drink and talk as well. It’s one of my favourite things. But I would really appreciate if you were a little quieter.“ Hallo?

    3. #3 Sven Zaugg

      11:36 Uhr, 3.2.2007, Link

      @Heinz: Musikalisch Tod – war eigentlich meine Intention, aber die Feder war zu schnell – auf ein langes Leben der Doris Day!

      @Tom: Schade. Dann soll sie doch s’Mäulchen halten, die Taylor die!

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