• limetorrent latest100
  • 78s has left the building. ¯\_(ツ)_/¯

  • kickass lyrics
  • „Jazz isn’t dead, it just smells funny.“

    Von    |   16. Januar 2007   |   2 Kommentare

    Soll Frank Zappa mal gesagt haben. Mittlerweile geht nun doch Verwesungsgeruch von dem fast 100-jährigen Gesellen aus. Fett und tot liegt er da. Man wird den alten Sack in Chemikalien einlegen, ausstopfen und in ein amerikanisches Staatsmuseum stecken.

    Zumindest wenn es nach jenen Amerikanern geht, die sich im letzten Jahr darüber brüskiert haben, dass die Jazzbibel Down Beat zum ersten Mal eine europäische Band aufs Cover hiefte. Jazz gehöre Amerika, genauso wie Baseball, argumentierte man.

    „If you have to ask what jazz is, you’re never gonna know.“
    (Louis Armstrong)

    Doch auch in Europa steht der Jazz unter dem Protektorat von kulturhistorischen Fundamentalisten. Nach Solos wird gefälligst geklatscht und die Konzerte sind gestuhlt und überteuert. So stehen sich Jazz- und Pop-Hörer mit Skepsis gegenüber, zwischen ihnen eine Generationenkluft: Dem einen ist Pop zu trivial, dem andern Jazz zu altbacken. Natürlich wurden auch Brücken geschlagen, als NuJazz aus Jazz Fahrstuhlmusik machte. Seine Zähne hatte er allerdings schon vor Jazzy Lounge Vol. 19 verloren. Der einst so risikofreudige Jazz ist zu einem versteinerten Fossil geworden.

    „If you want to keep creating, it has to be about change.“
    (Miles Davis)

    Doch wenn man genau hinhört gibt es sie, Musik, die aus Freude am Risiko gemacht wird, zum Beispiel auf den norwegischen Labels Rune Grammophon und Smalltown Superjazzz. Nur lässt sie sich nicht vermarkten, weil sie so sperrig ist, dass sie in keine Schublade passt. Jazzhörern sind Bands wie Supersilent und The Thing zu radikal und Pophörer haben keine Nerven für Instrumentalmusik.

    Wenn das amerikanische Exploding Star Ochestra mit „We Are All From Somewhere Else“ (23.1./recrec) eine Reise in unerforschte Klanguniversen antritt, dürfte das deshalb nur eine Randgruppe von Freigeistern interessieren. Mit an Bord der interstellaren Expedition: Rob Mazurek und Mitglieder von Tortoise. Ein Kollektiv, das dem Jazz alle Ehre macht, weil es Grenzen auslotet. Symphonisch, fordernd, neu.

    „Stingray Pt. I“ (Vorab-Gratisdownload von Thrill Jockey)
    [audio:http://thrilljockey.com/assets/mp3/Exploding_Star_Orchestra-Stingray_part_1.mp3]

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    2 Reaktionen

    1. #1 Chrigel

      00:27 Uhr, 17.1.2007, Link

      Nach dem Elektronikausrutscher von Trans Am scheint ihr ja tatsaechlich eure Zielgruppe zu erweitern. Klingt nett. Danke!

    2. #2 David Bauer

      11:04 Uhr, 17.1.2007, Link

      Aber sicher doch. Und: There’s more to come!

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