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  • Cat Power und die „falsche“ Band

    Von    |   8. November 2006   |   4 Kommentare

    nicht sooooo schönChan Marshalls Darbietung vom letzten Dienstagabend lässt sich getrost in zwei Akte unterteilen. Den Ersten in einen faden Akt von Rhythm and Blues Kaskaden mit einer kaum anwesenden Chan Marshall und den Zweiten in einen Akt der Offenbarung.

    Die Memphis Rhythm Band (ehemals Begleitmusiker des legendären Al Green) eröffnete, das mit solch grosser Spannung erwartete Konzert (einziges Konzert in der Schweiz) mit unsäglich langweiligen Standards, die sowohl inadäquat per- formed wurden, als auch das Konzert in ein ödes Replikat verwandelten, das irgendwo in der Peripherie, unter dem Motto „Ich bin auch ein Südstaatler“, hätte stattfinden können. Frau Marshall war eine leblose Hülle, von Zuckungen gepeinigt. Kurzum ein Graus. Dem Pöbel wars egal, den der kennt nur „The Greatest“.

    eine OffenbarungSowie die Band das Parkett verlassen hatte, sich Marshall ans Klavier setzte, um die Tasten zu streicheln, füllte sich der Konzertsaal mit einer solch schönen Magie, die selbst im Jenseits nur schwer zu finden sein würde. Marshalls Stimme tanzte durch den Raum, erhob sich, fiel in sich zusammen, zitterte, ja machte eins klar: diese wunderbare Künstlerin ist nur fähig, ihr Potential vollends auszuschöpfen, wenn sie sich exponiert, alleine. Und alleine auf der Bühne musizierend, ist dieses Mädchen eine musikalische Offenbarung.

    Die Band kehrte zurück und der Abend war gelaufen. Fazit: Bitte liebe Chan, komm nie wieder mit Band und wenn Du eine brauchst, dann ruf doch die Johnsons vom Antony an, die können sicher weiterhelfen. Ganz sicher.

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    4 Reaktionen

    1. #1 r.mano

      09:27 Uhr, 13.11.2006, Link

      erstmals, der pöbel kennt imfall auch mehr als the greatest. und bis auf die zwei instrumentals am anfang war die memphis rhythm sehr überzeugend. wer chan marshall mit diversen anderen mitstreitern in den letzten jahren gesehen, wünschte sich endlich mal eine band die ihr halt gibt! und das tat die band.

      nichts gegen den wunderschönen solopart! aber wenn sich der jetzt wie in vergangenheit, wieder auf 2-3 stunden rausgezögert hätte, es wäre unerträglich geworden. wer will schon den ganzen abend lang die selben 3 akkorde hören? genau! und so wars mit diesen verschiedenen parts ein wunderschöner abend im ziemlich gut besuchten kaufleuten. und der schreiberling wird sich auch in barcelona und münchen das büsi anschauen gehen, jedoch wieder mit mitstreitern der dirty three (remember rote fabrik 98) und der john spencer blues explosion.

      liebeste grüsse

      r.mano, ein bewunderer chan marshall, und dies nicht erst seit the greatest!

      danke

    2. #2 r.mano

      09:29 Uhr, 13.11.2006, Link

      ps. ein bewunderer chan marshalls und…
      ….und gesehen hat….

      ein editier button wäre cool ;-)

    3. #3 Sven Zaugg

      16:21 Uhr, 13.11.2006, Link

      nun, es stellt sich die frage, ob es sinn macht, einer solch grandiosen künstlerin halt zu geben, nur damit sie es fertig bringt, einen abend lang entertainerin zu spielen. oder, sie sich exponieren muss, selber damit fertig wird und reift. ich glaube nicht, dass die von allein seiten so gelobte band der künstlerin marshall gut tut, dem mädchen marshall, die sich in sicherheit wiegen kann, hats sicher gut getan. egal. schön, dass es dir gefallen hat.

      um auf deine frage „wer will schon den ganzen abend lang die selben 3 akkorde hören?“ zurückzukommen. Genau das macht die chan marshall so einzigartig. sie kann drei akkorde in ein so mannigfaltiges echo verwandeln, dass es niemals, aber auch gar, gar nie!!! langweilig wird. aufs timing kommst an, baby.

      ein editier butten wird sogleich der redaktion vorgeschlagen.

    4. #4 r.mano

      22:45 Uhr, 13.11.2006, Link

      hey buddy,

      naja ob das was mit timing zu tun hatte. hast du das fri-son konzert zur you are free tour erlebt? einer dieser nicht wenigen katastrophalen abende, als die band chan schon nach gut ner viertel stunde entnervt verliess und sie dann sicher noch 2 stunden mehr schlecht als recht auf der gitarre rumklimperte. schlecht weil sie vor lauter nervosität nicht wusste was machen. (ja auch der alk war schuld, logo). und gerade deshalb denke ich, das der einstieg mit einer erfahrenen band dem konzert – meiner meinung nach – zu gute kam. sie konnte sich ein wenig an die situation eines livekonzertes gewöhnen (auch dank tee schnaps) und ein bisschen überlegener und kontrollierter zum solo set hinübergehen. und da gebe ich dir recht, das solo set, allen voran covers wie „wild is the wind“ waren der wahre höhepunkt des abends, doch soll das nicht das vorhergehende und folgende „chan goes memphis again“ gefüge schmälern. ganz im gegenteil. im zweiten bandpart taute cat power richtig gehend auf bewies einmal mehr, wieso sie über eine der aussagekräftigsten und schönsten stimmen im musikbusiness verfügt.

      ich hoffe auch für sie, das sie eines tages soweit ist, konstant viele abende überzeugende soloperformances rüberzubringen. sie kann es, sie hat es uns in zürich mehr als nur einen moment lang bewiesen. bis dahin empfehle ich jedem sich die dvd „speaking for trees“ zuzulegen. denn da spielt sich chan stundenlang solo und nur von gitarre begleitet, durch ihre und unsere lieblingslieder. gedreht wurde das ganze auf einer wiese ausserhalb new yorks ganz im style eines warhols oder wisemans. naja ein soloset ist übertrieben, hört man doch immer wieder freudige grillen zirpen, blätter rascheln und den wind wehen. sozusagen chan as a hippie!

      grüsse
      der r.mano

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