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  • Mit Bravour gescheitert

    Von    |   20. Oktober 2006   |   0 Kommentare

    Wenn die Nacht allmählich die Macht über den Tag gewinnt, hat auch dunkle Musik wieder ihre Berechtigung. Matt Elliott macht solche Musik, denn er ist ein schwermütiger Mensch. Er weiss, wie es sich anfühlt, wenn das Ideal an der Wirklichkeit zerbricht. Er kennt das bittere Gefühl des Scheiterns, ein Begriff, der auf das Vokabular der Seefahrt zurückgeht: „Scheitern“ bezeichnet das Zerschellen des Schiffs an der felsiger Küste – ein adäqutes Bild für die Musik von Matt Elliott. „We will be gone“, der Donner grollt, die Wellen brechen über die Reling. Und da wir alle im gleichen Boot sitzen, treiben wir mit Matt Elliott auf die Klippen zu, denn über das private Scheitern hinaus implizieren seine Texte immer auch einen politischen oder gesellschaftlichen Schiffbruch. Insofern hat der Wahl-Franzose mit T.S. Eliot mehr gemein als nur den Nachnamen.

    Mit „Failing Songs“ (V.Ö: 7.11./Domino/Hörprobe) ist Matt Elliott einmal mehr bravourös gescheitert. Sein ungewöhnlicher Werdegang vom Gothic-Drum’n’Bass-Serientäter alias Third Eye Foundation zum in östlichen Folktraditionen verwurzelten Barden findet mit seinem dritten Album unter bürgerlichem Namen eine konsequente Fortsetzung. Es finden sich darauf herzerwärmende Seefahrerlieder, Zigeunerweisen und Lagerfeuertangos mit prä-industriellem Charme. Treuere Freunde für Schiffbrüche in langen dunklen Nächten sind nur schwer zu finden.  

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