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  • Handicap als Mehrwert

    Von    |   4. Oktober 2006   |   0 Kommentare

    Station 17 wurde vor 18 Jahren als gemeinsames Projekt behinderter und nicht-behinderter Musiker von einem Zivildienstleistenden in einem Hamburger Pflegeheim gegründet. Statt Beschäftigungs- oder Integrationsprogramm ist Station 17 eine Band, die gesellschaftliche Normen hinterfragt und Handicaps nicht als solche ansieht, weil sie an deren kreativen Mehrwert glaubt. Keine Freakshow also, sondern in erster Linie ganz einfach ein Kollektiv von Musikern. Nach rockigen Anfängen und improvisierten Jams kam es in den 90ern zur Zusammenarbeit mit Produzenten wie Thomas Fehlmann (Kompakt) oder DJ Koze und Cosmic DJ (International Pony), die den Sound von Station 17 vermehrt Richtung Tanzfläche trieben.

    Dort sind sie mit ihrem fünften Album „Mikroprofessor“ definitv angelangt. Drive hat der dadaistische Elektro allemal, nur fragt man sich, ob die eindeutige Aufgabenteilung – nicht-behinderte Musiker produzieren Sounds zu denen handicapierte Vokalisten Texte beisteuern – das Handicap nicht zum Gag verkommen lässt. Diese Vorgehensweise macht Station 17 bestimmt konsumfreundlicher als in der Vergangenheit. Sie bringt die Musik in eine Stromlinienform, die sich von den Standards gegenwärtiger Tanzmusik kaum unterscheidet und somit durchaus als „normal“ durchgeht. Doch wäre es nicht spannender gewesen auch auf der Soundebene mit „handicapierten“ Beats und Bleeps eine radikal andere Ästhetik zu formulieren? Aber ihr merkt schon: Mit dieser Argumentation tappe ich selbst in die Normierungsfalle, indem ich die Schöpfer von „Mikroprofessor“ in zwei Gruppen aufteile – wogegen Station 17 ja eigentlich anspielen. Hauptsache alle Beteiligten hatten Spass.

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