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  • Mit Zuckerbrot und Peitsche

    Von    |   3. Juli 2006   |   0 Kommentare

    Genau so muss gute Popmusik tönen: zu Beginn schwer zugänlich, überwiegend, es darf über zehn oder zwölf Songs verteilt circa zwei unmittelbar erschliessbare Stücke haben, die ein Zurückkommen auf die Platte unumgänglich machen. Der Rest der Songs muss unter dem Schleier einer schleierhaften Mystik noch verschlossen sein. Nach drei, vier Durchgängen beginnt die Phase, in der man neue Liebelingsssongs entdeckt. Diese Phase hält dann an bis man wieder von vorne sich daran erinnert fühlt, wie gut doch eigentlich jener Song ist, den man als erstes schon ins Herz geschlossen hat. Dies ist dann der Zyklus einer guten Popplatte. Und so ist es auch bei TV on the Radios „Return to Cookie Mountain“ (Musikvertrieb/4AD). Die Band spielt mit Wärme und Kälte, mit Zuckerbrot und Peitsche.

    Aufgefallen sind TV on the Radio zum ersten Mal mit einer 23-Spur-A-cappella-Version des „Pixies“-Stücks „Mr. Grieves“. 2004 kam die Platte „Desperate Youth, Blood Thirsty Babes“ mit der Übernummer „Staring at the Sun„. Darauf spielen die New Yorker genauso gekonnt mit Electro/Breakbeats wie mit Gospel/Soul-Stimme(n) und Gitarrenrock. Aber die Band genremässig zu fassen ist genauso unmöglich, wie Radiohead erklären zu wollen. Das kaum bekannte erste Album der Band aus Brooklyn heisst nicht von ungefähr „OK Calculator“. Die Marksteine sind gesetzt. David Bowie hat sich ebenfalls schon wieder als Fan geoutet, genauso wie bei Arcade Fire oder Calp Your Hands Say Yeah! und auch Trent Reznor gab ihnen Live die Ehre (hier). TV on the Radio sind aber nicht nur wegen prominenten Schulterklopfern die derzeit wohl interessanteste Rock-Band. Dass sie noch keine grossen Wellen schlagen, zeigt auch der Song „Dry Drunk Emperor„, der nach der Untätigkeit der Bush-Administration nach dem Hurrikan in New Orleans zum Sturm des Weissen Hauses aufrief, aber keinerlei Reaktionen auslöste. Wahrscheinlich sind TV on the Radio zu gut, lies zu hochstehend, dass sie von Republikanern gehört werden. Die empören sich lieber über nackte Titten in Hip Hop Videos. So hat die Revolution wohl doch noch eine Chance. Vor allem auch mit Songs wie „Wolf Like Me„.

    TV on the Radio spielen am 17. August am Rock oz Arenes in Avenches und am 30. August in der Roten Fabrik in Zürich

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